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Kinokritik: Dieses Dinner schmeckt nicht allen

«The Dinner» ist eine hochkarätig besetzte Bestsellerverfilmung mit viel Licht und Schatten. Auch unsere Kritiker sind sich nicht ganz einig.

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Das sagt Lukas Rüttimann:

In letzter Zeit stelle ich bei Filmen eine Art Meinungsfaschismus fest. Vor allem Comicverfilmungen werden – befeuert von der Fanbasis – euphorisch bejubelt, Gegenstimmen entrüstet niedergebrüllt. Selbst angesehene Kritiker scheinen sich beeindrucken zu lassen. Umso schöner, dass es noch Werke gibt, die polarisieren dürfen.

«The Dinner» gehört dazu. Fast schon gehässig, wie die einen die Verfilmung von Herman Kochs «Angerichtet» in den Boden stampfen. Dabei erlaubt es sich der Film nur, ein eigenes Tempo anzuschlagen und das Publikum in die Abgründe seines Protagonisten mitzunehmen. Das ist anstrengend, zugegeben. Wenn Steve Coogans Paul sein Gettysburg durchlebt, ist das auch mir zu abgefahren. Zudem dauert es lange, bis «The Dinner» in die Gänge kommt. Doch sobald der Krimi aufgegleist ist, packt der Film. Richard Gere spielt seine stärkste Rolle seit langem, Laura Linney erlebt nicht erst seit «Ozark» ihren zweiten Frühling. Toll auch, wie sich die explosive Stimmung und das Haute Cuisine-Getue konkurrenzieren. Wenn Paul wegen des Gastro-Geschwafels fast einen Anfall kriegt, dürften sich viele in ihm wiedererkennen.

Klar, schmecken wird dieses Dinner nicht allen. Doch den Luxus einer eigenen Meinung sollte man sich nicht zuletzt wegen dem deftigen Finale auf jeden Fall gönnen.

Bewertung: 1 von 4 Sternen.

Das sagt Carolina Lermann:

Können Sie sich noch an den Fall erinnern, als in einer Berliner U-Bahn ein Obdachloser von sieben Männern angezündet wurde? Jetzt stellen Sie sich mal vor, die Täter wären Kinder wohlhabender und einflussreicher Eltern gewesen und keine syrischen Flüchtlinge. Hätten sie die gleiche Strafe und den gleichen Medienrummel erhalten?

«The Dinner» zeigt, wie es wäre, wenn dies nicht der Fall ist. Auf jugendlichen Leichtsinn folgt ein brutales Verbrechen, welches durch bedingungslose Elternliebe, Intrigen, Lügen, Ungerechtigkeiten und Heucheleien verdeckt werden soll. Die Protagonisten werden von einem exzellenten Cast gespielt. Stück für Stück wird einem ein Charakter sympathisch nähergebracht – und dann wieder auch nicht. Vor allem Steve Coogan sticht als neurotischer, hoch intellektueller Zyniker heraus, der das ganze Geschehen mit einem überaus trockenen Humor kommentiert. Klingt spannend, oder? In den ersten 60 Minuten ist es das auch.

Irgendwann rutscht der 120 Minuten lange Film aber leider ins Absurde. Neben dem zentralen Dilemma laufen dermassen viele Nebenstränge, die man in Rückblenden serviert bekommt, dass sich der Regisseur irgendwann komplett verzettelt. Nach der Hälfte des Films habe ich den Überblick und das Interesse verloren. 

Bewertung: 2 von 4 Sternen

Gut zu wissen:

Abstract: Paul und Claire Lohman sind zu einem Dinner eingeladen. Stan, Pauls Bruder, ist ein erfolgreicher Politiker. Zusammen mit seiner Frau Barbara bittet er zu Tisch. Von Anfang an herrschen eine ­explosive Gereiztheit und ­Unruhe. Stan muss den Tisch dauernd verlassen, um wichtige Telefonate zu führen. Doch so langsam wird klar, weshalb die vier zusammengekommen sind: Sie müssen sich mit dem brutalen Verbrechen ihrer Söhne auseinandersetzen.

Länge: 122 Min.

Land: USA

Besetzung: Laura Linney, Chloë Sevigny, Richard Gere, Steve Coogan, Rebecca Hall

Regie: Oren Moverman

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