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Kinokritik «The Big Sick»: Hirn, Herz, Humor –aber zahm

«The Big Sick» ist eine RomCom mit vielen ­Vorschusslorbeeren. Sie stimmt in den Jubel ein – er hätte lieber neue Filme mit Hugh Grant.

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Zwei Kulturen ­treffen aufeinander: Emily (Zoe Kazan) und ­Kumail (Kumail Nanjiani). play
Zwei Kulturen ­treffen aufeinander: Emily (Zoe Kazan) und ­Kumail (Kumail Nanjiani). Impuls Pictures AG

Das sagt Lukas Ruettimann:

Wo sind sie bloss hin, die guten alten RomComs?­ Diesem klassischen «Chickflicks» muss ich hier quasi vom ­Geschlecht her kritisch begegnen. Doch jetzt, wo gefühlt nur alle Schaltjahre eine romantische Komödie ins ­Kino kommt, darf ich es zugeben: Ich vermisse diese Filme.

Umso mehr habe ich mich auf «The Big Sick» gefreut. Produziert von einem Spezialisten für rotzigen Humor (Jude Apatow) und vom ­Indiefestival und Qualitätsgradmesser Sundance im Vorfeld gross abgefeiert; meine Erwartungen waren hoch. Zumal der Film auch sonst überall bejubelt wird. Doch was für eine Enttäuschung – «The Big Sick» löst nur das grosse Gähnen aus. Dialoglastig, langatmig, vorhersehbar und zu oft bemüht hintersinnig: Die wahre Liebes­geschichte zwischen ­Kumail und Emily wirkt auf mich wie eine spassbefreite Version von «My Big Fat Greek Wedding». Klar, es hat ein paar ­feine Spitzen gegen die US-Gesellschaft post 9/11. Aber für eine Apatow-Produktion ist das alles erstaunlich zahm. Kommt hinzu, dass Protagonist Kumail nicht sehr sympathisch wirkt. Wer immer nur nett sein will und sich in ein Netz aus Lügen verstrickt, kriegt die Quittung. Da lege ich mir lieber einen Film mit Hugh Grant ein und spreche Klartext: «The Big Sick» – für mich nicht der grosse Lacher, sondern das grosse Übel.

Bewertung: 1 von 4 Sternen

 

Das sagt Carolina Lermann:

Eigentlich müssen wir an dieser Stelle gar nicht lange diskutieren. Klar, die Filme, die am Sundance Festival hoch gelobt werden, fallen bei der breiten Masse leider oft durch. Wer von «The Big Sick» aber nicht zutiefst berührt ist, muss ein Herz aus Stein haben – anders kann ich es mir nicht erklären. Die Culture-Clash-Komödie von Genie Michael Showalter ist für mich die beste RomCom seit Jahren.

Die schönsten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst, und so kommt es, dass die autobiografische Kennenlerngeschichte von Silicon-Valley-Star Kumail Nanjiani und seiner Frau Emily wunderbar authentisch ist. Die Charaktere (Kumail spielt sich selbst, seine Frau wird von der charmanten Zoe Kazan dar­gestellt) sind rund entwickelt, herrlich ambivalent und zaubern einem mit viel Charme und intelligentem Witz ein Lachen ins Gesicht. Zum Schluss möchte man allen nur das Beste wünschen. Die hohe Dichte an Witzen und schrägen Dialogen lenkt aber nicht von kulturellen Unterschieden ab, die einem glaubwürdig und herzzerreissend nähergebracht werden.

«The Big Sick» beweist, dass das RomCom-Genre noch lange nicht ausgelutscht ist. Man muss einfach mal etwas wagen und vom lang­weiligen 08/15-Klischee-Quatsch loslassen. Nichts wie ab ins Kino, Taschentücher aber nicht vergessen!

Bewertung: 4 von 4 Sternen

 

Das sollte man zu «The Big Sick» wissen:

Abstract: Basierend auf einer wahren Geschichte: Als sich der in Pakistan geborene ­Komiker Kumail und Studentin Emily verlieben, prallen zwei Kulturen auf­einander. ­Kumail befindet sich im Zwiespalt zwischen ­seiner ­Familie und seinem Herzen. ­Doch dann wird Emily von einer schweren Krankheit befallen. Kumail ist gezwungen, die Krise mit ­Emilys Familie zu bewältigen.

Länge: 119 Min.

Land: USA

Besetzung: Holly Hunter, Zoe Kazan, Kumail Nanjiani, Ray Romano

Regie: Michael Showalter

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