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Phänomen Bärndütsch: «Wir sind spitze!»

Francine Jordi, Trauffer, Gölä, Heimweh und Oesch's die Dritten – die Top 10 der Schweizer Hitparade sind fest in Berner Hand.

, Aktualisiert 6 Reax , 157 Views
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Bärn, i ha di gärn – so denkt zurzeit die ganze Schweiz! Denn gleich fünf Berner Stars sind mit ihren Alben in den Top 10 der Hitparade vertreten: Gölä (Platz 4), Trauffer (6), Heimweh (7), Francine Jordi (8) und Oesch's die Dritten (10). Das gab es noch nie!

Liegt es nur am gmögigen Dialekt? Oder machen Gnagi und Zibelechueche die Musiker tatsächlich kreativer? «Das malerische Berner Oberland ist für Musiker überaus inspirierend», erklärt der Grindelwaldner Georg Schlunegger (36) vom Männerchor Heimweh. «Es ist das Nashville der Schweiz.»

Warum nicht Zürich oder Basel?

Für den Brienzer Marc Trauffer (37), der sich mit «Heiterefahne» seit über 40 Wochen in den Charts hält, spielt der Berner Charakter eine wichtige Rolle: «Wir machen geradeaus, was uns gefällt. Und das gefällt scheinbar dem Publikum.»

Auch Melanie Oesch (28) stellt an ihren Konzerten fest, dass Dialektlieder immer beliebter werden. «Die Leute sehnen sich nach ihren Wurzeln, identifizieren sich gerne mit nationalen, gar regionalen Werten», sagt sie und vermutet diese Entwicklung als «Kontrast zur immer digitalisierteren Welt».

Doch warum sind gerade die Mundartlieder aus dem Bernbiet so gefragt? Und nicht jene aus Basel oder Zürich? «Unser Berner Dialekt ist heimelig und klingt melodisch», antwortet Francine Jordi (39). «Bärndütsch ist ein eher breiter Dialekt, geprägt durch eine hohe Dichte an Vokalen», ergänzt Melanie Oesch. Das mache die Sprache sehr musikalisch und gut singbar.

Reiche Mundart-Tradition

Bern habe zudem eine besonders reiche Mundart-Tradition, ergänzt Sprachforscher Christoph Landolt (50). «Es gibt hier einen fruchtbaren Boden, aus dem mundartliches Schaffen wachsen kann – und ein Publikum, dank dem es gedeihen kann», so Landolt. «Es existiert ein Fundus, aus dem sich dialektales Produzieren immer wieder erneuert.» Andere Regionen hätten das nicht. «Berndeutsch ist deshalb zu einer Art Schweizer Kulturdialekt geworden.» 

Büezer-Rocker Gölä (48) freut sich riesig, dass Berner Mundart momentan so begehrt ist. «Wir haben bestimmt den Dialektbonus», sagt er. Räumt aber auch ein: «Ich glaube nicht, dass wir so viel besser sind als der Rest der Schweiz.»

Die Künstler verbindet aber nicht nur ihr Dialekt, sondern auch ihre Heimatverbundenheit, Tradition und Bodenständigkeit. «Das alles ist aber kein Rezept für einen garantierten Erfolg.» Schon nächste Woche werde die Hitparade wieder ganz anders aussehen, weiss Jordi.

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