Finde den folgenden Gegenstand beim Surfen auf Blickamabend.ch und gewinne tolle Preise!
Suche starten
Du hast den Gegenstand gefunden! Klicke auf Mitmachen und nehme am Gewinnspiel teil.
Mitmachen

Wunderbarer Biedermann: «Papa Moll» in der Kinokritik

«Papa Moll» ist die aufwendige Verfilmung des Schweizer Kinderbuch-Klassikers. Er lobt den Mut der Macher, sie findet den Film ein bisschen bieder.

14 Reax , 233 Views
teilen
teilen
0 shares
Papa Moll (Stefan Kurt) mit ­seinen Kindern. play
Papa Moll (Stefan Kurt) mit ­seinen Kindern. Disney Company Switzerland

Das sagt Lukas Rüttimann:

Papa Moll führt mich zurück in eine frühkindliche Zerrissenheit. Keine Angst, ich lege hier keinen Seelenstrip hin. Aber der kleine dicke Mann hat mich früh in ein Dilemma gestürzt: Ich konnte nie entscheiden, ob ich ihn mag oder nicht. Auf der einen Seite war mir alle stets zu bieder, zu doof. Aber gelesen habe ich seine Bücher doch – wie alle Schweizer Kids.

Beim «Papa Moll»-Film geht es mir nun ähnlich. Kommt dazu, dass ich generell Mühe habe mit ­Verfilmungen von Comics aus meiner Kindheit. Depardieu als Obelix? Spielbergs «Tim und Struppi»? Grauenhaft. Bei «Papa Moll» kommt hinzu, dass die Stärke der Bücher fürs Kino nicht taugt. Gereimte Kurz­geschichten geben keine Filme her. «Papa Moll» ist also nicht fürs Kino ­gemacht; von daher muss man den Machern zu ­ihrem Mut gratulieren. Auch die ­visuelle Welt und die naiv-kindliche Stimmung sind toll; der Film verbreitet gute ­Laune. Dazu liefert Martin Rapold als Firmenboss seine beste Leistung auf der Leinwand ab – und auch Erich Vock, Isabella Schmid, Stefan Kurt und die Kids überzeugen.

Daumen hoch oder runter? Ich entscheide mich für Ersteres. Mut soll belohnt werden. Und wer weiss, vielleicht löse ich so meinen Moll-Konflikt – und muss eines Tages nicht doch noch in die Toskana in einen therapeutischen Töpferkurs.

Bewertung: 3 von 4 Sternen

Das sagt Carolina Lermann:

Ein neuer Stern am Schweizer Kinohimmel: Nach «Heidi» und «Schellen-Ursli» soll nun also «Papa Moll» die Kinokassen zum Klingeln bringen. Gelingt das dem verpeilten und treudoofen Kinderbuchhelden?

Regisseur Manuel Hendry schafft es, die Figuren von Edith Oppenheim-Jonas zum Leben zu erwecken. Das Familienoberhaupt der Molls sieht exakt so aus wie das pausbäckige Original, das 1952 zum ersten Mal auf Papier gebracht wurde. Ab der ersten Sekunde ist klar: Hier wurden keine Kosten und ­Mühen gescheut. Märchenhafte Landschaftsszenen und kuriose ­Figuren erinnern an die Meisterwerke von Wes Anderson. Insgesamt hat «Papa Moll» 5,5 Millionen Franken verschlungen. Hats sich gelohnt?

Kinder – und um die geht es hier schliesslich – werden den harmlosen Spass lieben und ihren Wunschzettel um einen Dackel namens Kartovl – der ist der heimliche Star des Films – ergänzen. Bei mir bleibt ein fader Beigeschmack: Eine überarbeitete und moderne Interpretation hätte nicht geschadet. Mama Moll wird derart bieder und altmodisch dargestellt, dass sich mir die Haare im Nacken aufstellen. Die Moral von der Geschicht? Mama steht den ganzen Tag in der Küche und schreit hysterisch, wenn sie einen Wochenend-Ausflug nach Bad Zurzach machen darf? Bitte, bitte nicht!

Bewertung: 2 von 4 Sternen

Das Wichtigste über «Papa Moll»

Abstract: Papa Moll lebt mit Frau und den drei Kindern in Murmlikon. Sein Leben wäre perfekt, wäre da nicht die ­Arbeit in der Schokoladen­fabrik. Sein Chef hat einem Kunden eine Grosslieferung versprochen. Die soll noch am Wochenende rein. Doch Mama Moll hat ausgerechnet jetzt ein paar Tage Wellness geplant. Papa Moll ist gefordert und bald überfordert.

Länge: 90 Minuten

Land: Schweiz

Besetzung: Stefan Kurt, Martin Rapold, Erich Vock, Isabella Schmid, Lou Vogel

Regie: Manuel Flurin Hendry

Wie findest du den Artikel?

Unsere Leser empfehlen

Meist gelesen

Newsletter

Erhalte die besten Geschichten täglich per E-Mail Newsletter Abonnieren