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Das Missverständnis namens Urs: FC Luzern will Nordkoreaner Il-Gwan Jong loswerden

Für Nordkoreas Nationaltrainer Jörn Andersen wäre Il-Gwan Jong (25) einer für die Bundesliga. Für FCL-Sportchef Remo Meyer reicht sein Können nicht mal für die Super League.

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Der Tipp kam vom Nationaltrainer Nordkoreas persönlich. Von Jörn Andersen, dem früheren FCZ- und Bundesliga-Star. «Il-Gwan Jong ist schnell, technisch versiert und er weiss, wo das Tor steht», sagt der Norweger.

Nach zweiwöchigem Vorspielen ist Trainer Markus Babbel überzeugt. Il-Gwan Jong unterschreibt letzten Sommer einen Zweijahresvertrag beim FC Luzern. Beim ersten Einsatz trifft der Nordkoreaner gleich. Trotzdem kommt Il-Gwan, den seine Mitspieler wegen seines komplizierten Namens schlicht «Urs» rufen, nur noch zu vier Teileinsätzen.

Auch unter dem neuen Trainer Gerardo Seoane spielt er keine Rolle mehr. FCL-Sportchef Remo Meyer: «Wir schauen beim FCL aufs Sportliche. Und da hat er keine Chance. Bei uns spielt er in der Kaderplanung keine Rolle.»

Nun bei Wil im Test

Bei Andersen ist der Stürmer im Nationalteam weiter gesetzt. «Er hat immer seine Leistungen gebracht.» Der Norweger glaubt, dass sich «Urs» sogar in der Bundesliga hätte durchsetzen können. In Luzern jedoch spielt Il-Gwan keine Rolle mehr. Er weilt nun im Test bei Wil in der Challenge League!

Was für ein Tiefschlag für Il-Gwan Jong, der in seiner Heimat seit 2010 verehrt wird. Damals schoss er die U19 Nordkoreas mit drei Toren gegen Australien zum Asienmeister und wird Asiens Jugendfussballer des Jahres – als erster nordkoreanischer Kicker überhaupt.

Il-Gwan wird hofiert, gefeiert und bewundert. Newcastle, Eindhoven und Partizan Belgrad sollen an ihm interessiert gewesen sein, hiess es. Doch Nordkorea liess sein Juwel nicht gehen, sagt Karl Messerli. Der Textilunternehmer, der schon mehrere Nordkoreaner in die Schweiz holte und oft im asiatischen Raum unterwegs ist, wollte Il-Gwan damals schon nach Europa bringen.

«Besser zwei Nordkoreaner zusammen verpflichten»

Warum ist Asiens Youngster 2010 beim FCL gescheitert? Zu wenig gut? Andersen glaubt an andere Gründe. «Er kommt aus einer komplett anderen Kultur und versteht die Sprache nicht. Er hatte Schwierigkeiten. Es wäre besser, würde ein Klub zwei Nordkoreaner zusammen verpflichten.» FCL Sportchef Meyer sagt: «Uns war bewusst, dass es schwierig wird, ihn zu integrieren.» Eine Betreuungsperson hatte der Nordkoreaner nicht. Sporadisch kam ein Übersetzer vorbei.

Il-Gwang Jong, der weder Deutsch noch Englisch spricht, fühlte sich beim FCL total isoliert. BLICK hätte gern mit ihm über seine Situation gesprochen. Doch seit Wochen werden alle Anfragen vom FCL abgeschlagen. So gehört das Schlusswort Messerli: «Il-Gwan ist ein introvertierter Typ. Und wer sich nicht wohlfühlt, weil er in einem fernen Land isoliert und nicht integriert ist, kann unmöglich Leistung bringen.»

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