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Heusler wird am Freitag nicht neuer SFV-Boss: «Ich stehe im Moment nicht zur Verfügung»

Der SFV muss neu strukturiert werden. Nach dem Abgang von Generalsekretär Miescher neigt sich auch die Amtszeit von Verbandspräsident Peter Gilliéron dem Ende zu. Hoffnungsträger Heusler winkt jedoch ab.

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Bernhard Heusler, im Verband, aber auch in weiten Teilen der Öffentlichkeit gelten Sie als Hoffnungsträger und als Kronprinz für die Nachfolge von Peter Gilliéron. Werden Sie schon am nächsten Freitag neuer Fussballboss?
Bernhard
Heusler: Nein. Wenn sich die Frage wirklich stellen würde, könnte ich nicht Ja sagen.

Warum erklären Sie sich schon heute?
Die öffentliche Diskussion um meine Person hat für meinen Geschmack etwas viel Dynamik aufgenommen. Die Gremien sollen sich der Analyse der Lage im Verband widmen. Und Präsident Peter Gilliéron soll sich zu seiner Zukunft äussern können, ohne dass mein Name als möglicher Nachfolger im Raum steht.

Aber Sie können sich vorstellen, im kommenden Frühling zur Wahl anzutreten?
Ich habe zu dieser Frage in den letzten Tagen viele Gespräche in meinem Umfeld geführt. Und bin zum Schluss gekommen, dass so etwas derzeit für mich keine Option ist.

Warum?
Rein sachlich muss sich der Verband in erster Linie klar werden, wie er sich in Zukunft aufstellen will. Dazu gehört natürlich auch ein gemeinsames Verständnis über die Rolle des Präsidenten und der Verbandsspitze. Aktuell kann ich mir gar nicht sicher sein, ob meine Fähigkeiten und meine Persönlichkeit zum Anforderungsprofil des Präsidiums passen. Und es gibt natürlich auch ganz persönliche Beweggründe für meine Entscheidung.

Beispielsweise?
Mit meinen Kollegen Stephan Werthmüller und Georg Heitz habe ich erst zu Beginn des Jahres eine eigene Beratungsagentur gegründet. Im Bereich Fussball sind wir in interessanten Pro­jekten beschäftigt. Ausserdem bin ich vor wenigen Monaten zum Co-Präsidenten der Stiftung Schweizer Sporthilfe gewählt worden. Ich will diesem Ehrenamt die nötige Zeit widmen. Die Arbeit hat erst begonnen, und wir haben ehrgeizige Pläne.

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Georg Heitz (2.v.l), Heusler (M.) und Werthmüller (2.v.r.) führen heute eine eigene Beratungsagentur. Benjamin Soland

 

Was sind denn das für Pläne mit der Sporthilfe?
Wir wollen die Schweiz noch verstärkt für die Bedürfnisse des Spitzensports sensibilisieren. Hinter jeder Spitzenleistung einer Athletin oder eines Athleten stehen neben Talent viele tausend Stunden Training und persönliche Entbehrungen. Damit die sport­lichen Ambitionen der jungen Menschen nicht an finanziellen Problemen scheitern, braucht es eine breite Solidarität von Wirtschaft und Bevölkerung. Die Schweiz als Sportnation? Da gibts noch Raum nach oben – zumindest, was die Unterstützung unserer Top-Talente betrifft.

Sie hätten im Fussballverband zur neuen Lokomotive werden können. Ihr Verzicht ist im ganzen notwendigen Erneuerungsprozess ein Rückschlag?
Das ist Ihre Interpretation.

Nein, das sehen ganz viele andere Leute auch so.
Aber ich tauche ja nicht ab, nehme mich nicht aus der Verantwortung. Dass mir der Fussball sehr am Herzen liegt, brauche ich nicht zu sagen. Und wenn man mir eine so wichtige Führungsrolle im Schweizer Fussball zutraut, empfinde ich dies als grosse Wert­schätzung unserer Tätigkeit beim FC Basel. Aber eben: In meiner aktuellen Lebenssituation ist das keine Option.

Haben Sie Angst vor den trägen Strukturen und der Verbandspolitik?
Angst ist nicht richtig. Aber tatsächlich waren wir beim FC Basel schon sehr verwöhnt: kollegiale Führungsstrukturen, keine interne Machtpolitik, kurze Entscheidungswege und eine Atmosphäre des Vertrauens und Miteinanders. Das sind keine Selbstverständlichkeiten, aber für mich wichtig, wenn für Leistungssportler und Teams optimale Rahmenbedingungen geschaffen werden sollen. Und nur darum geht es doch, wenn wir einen Verband oder Verein organisieren und führen dürfen.

Ist das beim Verband anders?
Ich habe mich zu wenig mit dem Tagesgeschäft des Verbands auseinandergesetzt, um in dieser Hinsicht die aktuellen Strukturen und das Selbstverständnis der Mitarbeitenden und Funktionäre im SFV beurteilen zu können. Deshalb sind diese Überlegungen für meine aktuelle Entscheidung nicht ausschlaggebend gewesen.

Haben auch familiäre Gründe mitgespielt?
Also wenn Sie meinen 20-jährigen Sohn fragen, dann müsste ich ein solches Amt unbedingt anstreben.

Jetzt tagt am Freitag der Zentralvorstand. Es braucht einschneidende Veränderungen.
Ich glaube, das ist auf allen Ebenen erkannt. Es braucht Veränderungen. Die Aussendarstellung unseres Verbandes ist nicht befriedigend. Das muss selbstkritisch aufgearbeitet werden. Schuldzuweisungen nach Aussen bringen nichts. Ebenso wenig kann man die Kritik aussitzen und dann zurück zur Normalität. Ärgerlich ist für mich, dass die negative Wahrnehmung des Verbandes aktuell so überwiegt. So geht fast vergessen, was in den letzten Jahren unter der aktuellen Verbandsspitze von unseren Nationalteams sportlich erreicht und intern geleistet wurde.

Können Sie sich vorstellen, zu einem späteren Zeitpunkt eine zentrale Funktion im Verband zu übernehmen?
Sag niemals nie. Ich liebe diesen Sport und habe dank der Arbeit im Klub und in den nationalen und internationalen Verbänden viele Erfahrungen machen können. 

Hätte Nationaltrainer Vladimir Petkovic mit einem Präsidenten Bernhard Heusler eine Zukunft?
Eine hypothetische Frage an die falsche Person.

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