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«Wenn man einen Kilchsperger rausspazieren lässt …»: Steffi Buchli packt über das SRF aus

Für MySports-Galionsfigur Steffi Buchli (39) ist Sport Entertainment. So kann sie auch gut nachvollziehen, dass Konkurrent Teleclub Roman Kilchsperger vom SRF holte.

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Steffi Buchli, was erwarten Sie sportlich von der neuen Eishockey-Saison?
Steffi Buchli:
Ich finde es wahnsinnig schwierig, Vorhersagen zu machen. Was ich aus journalistischer Sicht cool fände, wäre wieder einmal ein neuer Meister. Doch im Moment spricht alles dafür, dass wieder Bern und Zürich und vielleicht noch ein drittes Team oben stehen werden.

Gibt es Spieler, die Ihnen besonders gut gefallen?
Ich bin jetzt 14 Jahre als Journalistin unterwegs. Und da gab es Karrieren, die ich von Anfang an mitverfolgen konnte. Mich haben immer die Figuren bewegt. Wenn man an einen Damien Brunner denkt, wenn er immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wird, dann leide ich mit. Oder wenn einer abgeht wie ein Leonardo Genoni, habe ich unglaublich Freude.

Hat das Hockey Aufholbedarf, was das Verkaufen der Stars betrifft?
Sie haben da immer noch diese noble Zurückhaltung. Keiner will sich in den Mittelpunkt stellen. Das ist zwar auch eine Qualität dieser Sportart: Das Kernige, Bodenständige. Doch stellen Sie sich einmal vor, einer würde sich im Schweizer Hockey wie Zlatan Ibrahimovic benehmen? Der würde wohl aus der Garderobe rausgepeitscht werden und sofort korrigiert werden. Dabei finde ich: Ein wenig mehr Zlatan würde gut tun.

Sie meinen, wenn Denis Hollenstein bei seinem Wechsel von Kloten zum ZSC ein Inserat «Gern geschehen, Oerlikon» à la Zlatan geschaltet hätte?
Vielleicht muss ja einmal einer damit anfangen und den Bann brechen. Der Sport braucht Helden. Für mich ist Live-Sport Entertainment.

Sie haben 2017 den Anfang gemacht. Beim SRF gab es danach einige Abgänge. Wie beurteilen Sie zum Beispiel, dass Roman Kilchsperger zum Teleclub wechselte?
Ich freue mich enorm für Roman. Ich kenne seine Leidenschaft für den Sport. Er ist ein riesiger Fussball-Fan. Ich finde es sehr nachvollziehbar, dass man bei Teleclub sagte: «Wir wollen einen Star an Bord holen.» Und mir gefällt, dass nun in der Schweizer TV-Welt so etwas wie ein Markt entsteht.

Sie haben den Wechsel nie bereut?
Für mich persönlich hat es sich gelohnt. Roman und den anderen wird es gleich ergehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er in einem Jahr weinend vor der Leutschenbach-Türe steht und fragt: «Darf ich wieder reinkommen?» Diese Welt hier draussen ist richtig, richtig gut.

Hier draussen? Das klingt so, als ob das SRF unter einer Käseglocke sei.
Das SRF ist ein eigenes Universum. Solang man drin ist, denkt man: Draussen würde es für mich nicht gehen. Draussen empfindet man es dann aber als unglaublich belebend und dynamisch.

Glauben Sie, dass die Abgänge auch das SRF beleben werden?Ich weiss es nicht. Wenn man einen Roman rausspazieren lässt, ist das für mich eine Aussage. Es gibt nur sehr wenige Charaktere, die einem Sender eine solche Prägung geben können. Für mich funktioniert Fernsehmachen über Figuren. Die müssen kantig sein. Wenn du einfach Einheitsbrei ablieferst, wird dir niemand zuhören.

Holen Sie nach diesem Gesichtspunkt auch Ihre Experten? An einem Sven Helfenstein hat wohl nicht jeder Freude.
Bei Helfenstein habe ich ganz viele Reaktionen. Die Leute glauben dann, dass sie mir etwas Neues erzählen, wenn sie mir sagen, dass er anecke und nicht mehrheitsfähig sei. Doch genau darum sitzt er bei uns am Tisch. Wichtig ist natürlich auch, dass seine Aussagen Substanz haben – und das haben sie.

Werden Sie nach einem Jahr bei MySports immer noch gefragt, wo man die verschiedenen Sportübertragungen schauen kann?Nicht mehr so oft, nein. Ich merke, dass sich die Verwirrung langsam legt.

Viele merken erst, dass sich etwas geändert hat, wenn zum Beispiel die Qualifikation zur Champions League mit YB nicht auf SRF, sondern auf dem Teleclub übertragen wird.
Ich war ehrlich gesagt froh um diesen Effekt. Es hilft auch uns. In der Schweiz glaubt man fast, Free-TV-Sport sei ein Menschenrecht. Durch das, was in der Champions League passiert, merkt man nun doch, dass es das nicht ist. Wir waren davor unglaublich verwöhnt in der Schweiz.

Derzeit gibt es sehr viele Pay-TV-Anbieter.
Es gibt ja diese Vision, dass sich die Menschen irgendwann auf einer Plattform ihren ganzen Medienkonsum aus einer Art Bibliothek zusammenstellen werden. Bis dahin konzentrieren wir darauf, nicht einer dieser vielen Pay-TV-Sender zu sein, sondern DER Sport-Sender in der Schweiz.

Können Sie bei MySports zufrieden sein mit der Anzahl den Kunden, die Sie bis jetzt gewonnen haben?
Absolut. 50'000 zahlende Sport-Abonnenten ist ein sehr gutes Resultat nach einem Jahr.

Aber ist das die entscheidende Zahl? Ist es nicht das Hauptziel, möglichst viele Kunden für das ganze Angebot der UPC zu gewinnen?
Diese 50'000 sind die Fans, die alles von uns haben wollen. Sie wollen alle Spiele ihres Lieblingsteams sehen oder die Bundesliga verfolgen. Aber genauso wichtig sind uns die Leute, die einen einfachen Zugang zu unserer sehr breiten Sportwelt haben wollen. Und da kommt dann unser Kanal MySports One zum Zug. Mit diesem Premium Sport-Kanal schauen die Kunden viel mehr Live-Sport als noch vor einem Jahr – und das ohne das Pro-Angebot zu abonnieren.

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