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Die #10YearsChallenge könnte wertvolle Daten preisgeben

Die Challenge, die User auffordert, ein Bild von sich vor zehn Jahren und ein aktuelles zum Vergleich zu posten, geht aktuell viral. Doch könnten die Daten für Gesichtserkennung-Softwares missbraucht werden?

Schon über 5,2 Millionen User haben ein Alters-Vergleichsbild hochgeladen. Der Hashtag #10YearsChallenge wurde auf Instagram schon über 2,5 Millionen Mal verwendet, in dieser Zahl sind abweichende Hashtags wie z.B. #tenyearschallenge nicht einberechnet.

Was bei vielen für Lacher und Erinnerungen sorgte, machte andere etwas stutzig. Kate O’Neill, eine Journalistin für «Wired» hat sich statt für Vergleichsbilder für einen kritischen Tweet entschieden.

Sie schrieb auf «Twitter»:
«Ich vor 10 Jahren: Hätte wahrscheinlich mitgespielt mit den Altersunterschied-Fotos, die momentan auf Facebook und Instagram herumgehen.
Ich heute: Erwägt, wie all diese Daten verwendet werden könnten, um eine Gesichtserkennung-Software mit Algorithmen über Alterungs-Prozesse und Alters-Erkennung zu füttern.»

Wie auch die Challenge ging O’Neill mit diesem Tweet viral, die einst witzigen Fotos bekamen einen schalen Beigeschmack. Viele argumentierten jedoch auch gegen O’Neill mit dem Argument, dass Facebook sowieso schon Zugriff auf Fotos verschiedener Altersstufen der User habe.

Die Journalistin kann aber auch hier kontern, wie sie in ihrem eigenen Artikel auf «Wired» schreibt: «Klar könntest du Profilbilder auf Facebook sammeln und diese dann nach Post-Datum ordnen. Das ist aber nicht nur extrem aufwendig, viele User laden ihre Bilder nicht chronologisch oder nach einem bestimmten Schema hoch. Ein kurzer Blick durch die Profilbild-Galerie eines Freundes zeigt mir seinen Hund, der kürzlich starb, mehrere Comics, Bilder mit Text und mehr. Ebenfalls ist das Hochlade-Datum nicht zwangsläufig das Datum, an dem das Foto gemacht wurde.»

Facebook will von nichts wissen

Eine Professorin aus New York, Amy Webb, sieht die Challenge auch kritisch. Sie sieht in der Masse an Bildern einen «perfekten Sturm für eine Maschine, um zu lernen». Sie befasst sich mit dem Thema, inwiefern künstliche Intelligenz den Menschen beeinflussen könnte.

Facebook besteht darauf, dass die Challenge nicht von ihnen injiziert wurde und sie keinen Vorteil aus dem Trend haben. «Die #10YearsChallenge ist ein Trend, der von einem User gestartet wurde und von allein viral ging.» sagt Facebook, wie «Forbes» berichtet.

Direkt aus dem Social-Media-Team macht Joëlle den fliessenden Wechsel in die Welt der Schreiberlinge. Sie mag Bücher, Memes und Blobfische.

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