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Macht Klimaschutz im Ausgang Pause?

Die gratis Plastiksäckli im Supermarkt gehören schon fast der Vergangenheit an, die aussersaisonalen Erdbeeren im Migros werden mit Kritik überschüttet. Doch kommt der Klimaschutz auch mit in den Ausgang? Wir haben nachgefragt.

«Frau Gerolds Garten» gehört zu einem der beliebtesten Treffpunkte in Zürich. Die Bar an der Hardbrücke verzeichnet an einem Tag am Wochende gerne mal bis zu 3’500 Gäste. Doch wie gehen sie mit dem Abfall um, der diese Menschenmasse zwangsläufig erzeugt?

KEYSTONE / FRAU GEROLDS GARTEN

Der Klimaschutz wird bei «Frau Gerolds Garten» hochgeschrieben. So besteht zum Beispiel das ganze Einweggeschirr aus biologisch abbaubaren Material. Die Becher, Teller und Bestecke werden aus Maisstärke oder Palmblättern hergestellt.

Die Röhrli sind allerdings immer noch aus Plastik, auch wenn, laut Aussage der Bar, dies gerne geändert würde. Die gibt es immerhin nur auf Nachfrage. Auch im Stromverbrauch wird mitgedacht: «Frau Gerolds Garten» will noch dieses Jahr die komplette Beleuchtung auf LED umstellen.

Mehrwegbecher und Trinkhalme aus Papier

Der «Hiltl Club» hat bereits mit einem Pelz-Verbot auf sich aufmerksam gemacht. Wie auch das Wohl der Tiere liegt der Umweltschutz dem Hiltl-Team am Herzen. So verwendet der «Hiltl Club» ausschliesslich wiederverwendbare Mehrwegbecher, die Einwegbecher für das gratis Hahnenwasser sind biologisch abbaubar und werden mit den Speiseresten entsorgt.

Ähnliche Töne kommen hört man vom «Mascotte».  Auf die Frage, ob Klimaschutz für Clubs überhaupt ein Thema ist, antwortet Alfonso Siegrist, Mitbesitzer und Programmleiter vom «Mascotte», bestimmt: «Ja, das ist ein Thema und sollte es auch überall sein.» Plastik-Röhrli werden nur auf Anfrage herausgegeben und die Drinks werden allesamt in Gläsern serviert.

Der Club im Kreis 1 hat, um den Strom-Verbrauch zu senken, bereits komplett auf LED-Lampen umgerüstet. Wie es sich in einem Club praktischerweise anbietet, wird im «Mascotte» darauf geachtet, das Gebäude nicht unnötig auszuleuchten.

Mit Geldgebühren gegen Müll

Beim «Greenfield Festival» in Interlaken denkt sich das Team jährlich neue Möglichkeiten aus, um den Abfallberg zu verkleinern. So gibt’s für die Festivalgänger das Besteck und die Becher nur gegen Depot.

KEYSTONE / GREENFIELD

Zusätzlich wird seit 2006 jedem Besucher eine Abfallgebühr von 10 Franken verrechnet, die gibt es nur zurück, wenn am Ende des Festivals ein voller Müllsack präsentiert werden kann. 2014 doppelte das «Greenfield Festival» nach und erhob auch auf die mitgebrachten Pavillons eine Gebühr von 20 Franken.

Wird der Pavillon aus Faulheit einfach liegengelassen oder nicht vollständig abgebaut am Eingang vorgezeigt, ist man automatisch 20 Franken ärmer.

So helfen Partygänger mit: Jane hat immer ein Metall-Röhrli dabei

Auch die 24-jährige Jane aus Baden AG hat dem Plastikverbrauch den Kampf angesagt. Nach einem Video auf Social Media, das eine Schildkröte mit einem Plastik-Röhrli in der Nase zeigt, wollte sie umstellen.

So bringt die Studentin immer ein Metall-Röhrli mit, wenn sie in eine Bar oder in den Ausgang geht. Dass es die Trinkhalme aus Plastik nur auf Anfrage gibt, erlebt sie aber eher selten.

JANE BOSSHARD / METALL-RÖHRLI

Jane muss fast immer aktiv darauf hinweisen, dass sie keinen Plastikhalm in ihrem Drink wünscht. Sie versucht auch, zum Beispiel an Weihnachtsmärkten ihren eigenen Becher für den Glühwein mitzubringen.

Wer weder auf einen Metall- noch Papier-Röhrli umsteigen möchte, kann natürlich auch ganz auf den Trinkhalm verzichten – oder wenigstens den Plastikhalm für mehrere Getränke verwenden.

Beim gemütlichen Grillabend am See lohnt es sich zudem, im Voraus daran zu denken, mehrere Mülltüten mitzunehmen, damit der entstandene Abfall korrekt getrennt und entsorgt werden kann.

Direkt aus dem Social-Media-Team macht Joëlle den fliessenden Wechsel in die Welt der Schreiberlinge. Sie mag Bücher, Memes und Blobfische.

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