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Unser Netflix-Tipp fürs Weekend: «Befreit»

In Zeiten von Apps wie «Tinder» oder «Badoo» ist nicht mehr die grosse Liebe wichtig, sondern meist nur der kurze Spass über Nacht. In der Netflix-Dokumentation «Befreit» geht es um Sexualität in der Millenium-Generation.

Die Dokumentation folgt Jugendlichen bei einem Besuch bei der amerikanischen Party «Spring Break». Am «Spring Break» lassen Studenten aus aller Welt in der Semesterpause die Sau raus. Alkohol fliesst in rauen Mengen, Hemmungen sind an den Party-Stränden fehl am Platz.

«Befreit» filmt diese ausgelassenen Szenen. Was auf den ersten Blick wie die ultimative Party wirkt, nimmt schnell eine düstere Wende. Die Jugendlichen in der Dokumentation erzählen über ihre Haltung zu Liebe und Sex.

Die Antwort ist relativ eindeutig: Liebe gibt es nicht mehr, es geht nur noch um die schnelle Nummer. Während die männlichen Jugendlichen im Film eher stolz von ihren Errungenschaften erzählen, fliessen bei den Frauen beim Einzelinterview schnell Tränen. Doch auch die Männer empfinden den ständigen «Schwanzvergleich» als belastend.

Der Film zeigt Szenen, wie Frauen von einer Horde Männer am Strand begrabscht werden, auch thematisiert wird eine Gruppenvergewaltigung von 2015 an einem Spring-Break-Strand. 2015 wurde eine bewusstlose 19-Jährige nur wenige Meter vom Partyvolk entfernt, mitten am Tag, von mehreren Männern vergewaltigt und dabei gefilmt. Niemand griff ein.

Die Dokumentation «Befreit» führt uns mit bitterer Ernsthaftigkeit vor Augen, wie stark soziale Medien und Apps die junge Generation beeinflussen können – und was für schreckliche Ausmasse das annehmen kann.

Direkt aus dem Social-Media-Team macht Joëlle den fliessenden Wechsel in die Welt der Schreiberlinge. Sie mag Bücher, Memes und Blobfische.

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