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Den Trend einfach erklärt: Was genau ist Minimalismus?

Es scheint, als wäre 2018 das Jahr des Minimalismus gewesen. Überall auf YouTube, Pinterest und diversen Blogs wird von diesem Lebensstil geschwärmt. Doch was ist Minimalismus überhaupt?

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Was ein Minimalist ist, weiss jeder. Doch der Begriff hat dieses Jahr eine völlig neue Bedeutung bekommen. Bisher war ein Minimalist jemand, der für Prüfungen nur das Nötigste gelernt hat oder jemand, der bei der Arbeit nur Dringendes erledigt und den Rest des Tages nichts-tuend rumsitzt. Jemand, der sich nicht bemüht oder faul ist und sich deshalb mit wenig zufrieden gibt. Dementsprechend negativ waren Assoziationen mit diesem Begriff. Doch dieses Jahr hat sich so einiges geändert.

Ein Minimalist ist heute jemand, der aus Überzeugung und aus einer bewussten Entscheidung heraus, wenig in seinem Leben besitzt. Dabei geht es primär um physische Dinge. Ein Minimalist reduziert seinen Kleiderschrank auf ein Minimum. Ein Minimalist hat in seinem Zimmer nicht mehr als das Nötigste an Möbeln. Das beinhaltet lediglich ein Bett, einen Schrank und wenn man im Zimmer auch noch arbeiten soll, einen Tisch. Mehr nicht.

Wieso möchte man ein Minimalist sein?

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Wir haben heutzutage so viele Möglichkeiten und müssen uns meistens nur für etwas entscheiden. Beispielsweise hat man im Kleiderschrank fünf verschiedene dunkelblaue Jeans, acht Pullis, die alle verschiedene Vor- und Nachteile haben. Natürlich besitzen Frauen noch Röcke, Kleider und verschiedene Schuhe, die zu verschiedenen Outfits passen, aber alle irgendwo drücken und unbequem sind. Jetzt müssen wir, wenn wir uns einfach nur anziehen wollen, folgende Dinge überlegen:

1) Wie warm ist es? Kann ich einen Rock oder ein Kleid anziehen? Muss ich dazu noch Strümpfe anziehen oder nicht? Oder ist es dafür zu kalt? Was hatte ich gestern an?

2) Entscheidet man sich für Rock oder Kleid, hat man noch die Qual der Wahl, welchen der vier Röcke oder drei Kleider man anziehen möchte. Oder wenn man sich für Jeans entscheidet, hat man hier natürlich auch diverse Farben.

3) Jetzt das Oberteil. Trage ich lieber ein T-Shirt und eine dünne Jacke oder lieber einen Pulli? Welches T-Shirt, welche Jacke oder welchen Pulli soll ich denn überhaupt anziehen? Was passt denn zu meiner Hose?

4) Soll ich zu meinem Outfit hohe Schuhe, Stiefel für den Herbst oder normale Sneaker anziehen?

5) Winterjacke, Herbstmantel, Regenjacke? Schal oder keinen Schal? Brauche ich Handschuhe?

...und so weiter. Wie man sieht, muss man sich, für so etwas Simples, wie das Anziehen, so viel überlegen. Und egal was man wählt, man wird nicht komplett zufrieden sein. Man hätte es ja besser machen können. Man hätte Schuhe wählen sollen, die nicht nach fünf Schritten weh tun und nicht diese eine Hose, die ständig runterrutscht. Und man hätte auch keinen Pulli anziehen sollen, weil es doch wärmer ist als gedacht war. Wenn man eine so grosse Auswahl hat, und sich eigentlich das perfekte Outfit hätte zusammenstellen können, dann steigt die Erwartung ans Outfit extremst in die Höhe. Und so ist es mit allem. Wenn ich so viel Auswahl habe, muss eines dieser Dinge doch perfekt sein. Und egal was wir wählen, wir haben immer das Gefühl, dass wir es hätten besser machen können. Mag unsere Wahl noch so gut sein.

Weniger ist mehr, ist hier also der Grundsatz. Wenn ich wenig Möglichkeit habe, mich gemäss dem Wetter zu kleiden, erwarte ich auch nicht, dass mein Outfit perfekt wird. Mit dieser Einstellung schraubt man seine Erwartungen auf ein Minimum runter und wird öfter positiv überrascht.

Die Idee des Minimalismus ist folglich...

Man sollte nur das besitzen, was man wirklich braucht und einem glücklich macht.

Ich brauche nicht fünf verschiedene Hosen, wenn drei davon unbequem sind oder mir nicht mehr passen. Ich muss die Trinkflasche, die mir nicht mehr gefällt, nicht aufbewahren, für den Fall, dass ich sie irgendwann mal noch brauche.

Wenn man beginnt nach diesem Grundsatz und dieser Idee zu denken, kann man nach und nach Dinge, die man nie gebraucht hat und die sonst nur Platz in der Wohnung gefressen haben, loswerden. Zudem kauft man auch nicht immer neue Kugelschreiber, die gerade Aktion sind, obwohl man zuhause noch drei Funktionierende hat. Man beginnt die Dinge, die man hat, wertzuschätzen. Man lernt, physische Dinge nicht über Erinnerungen, Erfahrungen und Bindungen zu stellen. Man gibt sein Geld nun lieber für eine Reise mit der Familie, eine Weiterbildung, oder einen Kinobesuch mit der besten Freundin aus.

Minimalismus ist sehr individuell.

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Während die einen Minimalisten beinahe nichts besitzen, weil sie das gesparte Geld lieber für Reisen ausgeben, haben andere vielleicht eine grosse Sammlung Sneaker - einfach weil das ihnen Freude bereitet. Minimalismus bedeutet nicht, dass du alles weggeben und nichts mehr kaufen darfst. Minimalismus soll dir lediglich die Augen öffnen, sodass du dir bewusst wirst, für was du dein Geld ausgibst und ob dich diese Dinge tatsächlich bereichern.

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