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Kinokritik zu «Tabaluga – der Film»: Schlagershow im Drachenland

Mit «Tabaluga – der Film» kommt Peter Maffays beliebte Kinderbuchfigur endlich auch ins Kino. Sie findet den Zeichentrickfilm rührend – er sieht überall Helene Fischer.

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Kinoexperte Lukas Ruettimann sagt:

Mal ehrlich: Für viele ist Peter Maffay immer noch ein Schlagerfuzzi. Einer, der mit Lederjacke zwar auf harten Rocker macht, vor dem geistigen Auge aber auf ewig mit «So bist du» das Publikum in der «ZDF-Hitparade» zum Schunkeln bringt. Doch dass man ihm damit unrecht tut, bewies er schon 1983 mit «Tabaluga», das seither mit CDs, Musicals, Serien und einer Stiftung zum Kindermärchenuniversum angewachsen ist.

Ein Kinofilm hat bislang noch gefehlt. Nun wird diese Lücke mit «Tabaluga – Der Film» geschlossen. Bloss – musste das sein? Klar ist, dass die Produktion technisch nicht mit der Trickfilm-Champions-League aus Übersee mithalten kann. Auch die Neufassungen der Lieder sind nicht alle nur gelungen; statt Wincent Weiss hätten sicher viele Maffays Originale bevorzugt. Doch wie sein Schöpfer lebt auch der «Tabaluga»-Film vom naiven Drang, Gutes bewirken zu wollen. Die Geschichte vom kleinen Drachen, der sein Feuer sucht, ist weder sonderlich originell noch raffiniert. Trotzdem verbreitet sie viel Charme, die Figuren wachsen einem rasch ans Herz. Im Vergleich zum neuen «Grinch»-Film fand ich «Tabaluga» emotional sogar überzeugender. Am Ende verschwanden selbst die Bilder aus alten ZDF-Schunkelshows vor dem geistigen Auge – wobei mir schon etwas Sorgen macht, dass mich Eisfee Lilli den ganzen Film über frappant an Helene Fischer erinnert hat.

Praktikantin Pascale Brunner sagt:

Gleich zu Beginn fesselt mich eine Kampfszene, meine Erwartungen sind hoch. Auch nach einem gelungenen Einstieg schaue ich dem kleinen Drachen Tabaluga gerne zu – er ist knuffig, etwas unbeholfen und tollpatschig. Im Vergleich zur TV-Serie ist Tabaluga menschlicher und realistischer geworden. Auch bei der Landschaft haben sich die Macher Mühe gegeben: Die Welten Grünland und Eisland wurden mit viel Liebe zum Detail und kräftigen Farben gestaltet.

Ebenfalls gefesselt haben mich die Songs von Peter Maffay. Nur die Texte lassen zu wünschen übrig. In meinen Vorstellungen denke ich: schöne Reime! Zu hören bekomme ich dagegen wild zusammengewürfelte Strophen. Die Stimmen von Tabaluga und seiner Freundin Lilli werden von Sänger Wincent Weiss sowie «The Voice»-Coach Yvonne Catterfeld gesprochen, was gut funktioniert. Die Geschichte an sich überzeugt jedoch nicht ganz. Der Kampf von Gut gegen Böse ist ein bewährtes Rezept, hier aber leider vorhersehbar und ohne überraschende Wendungen.

Begeistern kann der Film dafür mit Humor. Marienkäfer Bully ist der unterhaltsamste Charakter überhaupt. Er lässt mich in lautstarkes Gelächter ausbrechen und lockert mit seinen Sprüchen auch brenzlige Situationen auf. Am meisten rührt mich aber die Botschaft am Ende: Halte an der Hoffnung fest – wer hat daran ernsthaft was auszusetzen?

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