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Kleines Phänomen: Bedrohte Monster

Ewig jung - Axolotl faszinieren Wissenschaftler und Aquariumfans. In freier Wildbahn sind die Tiere so gut wie ausgestorben.

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350 Millionen Jahre alt - Das Leben im Dauerlarvenstadium hat sich bewährt. play
350 Millionen Jahre alt - Das Leben im Dauerlarvenstadium hat sich bewährt. NaturePL/Jane Burton
So bewegt sich das Axolotl unter Wasser.

Knopfaugen, ein breiter Mund und gefranste Kiemen, die wie Sonnenstrahlen vom Kopf abstehen: Herziger als ein Axolotl kann man sich eine ­Amphibie eigentlich nicht vorstellen. Auch nüchtern betrachtet ist das «Wassermonster» (Axolotl ist In­dianisch) ein wundersames Geschöpf. Schneidet man ihm ein Bein ab, wächst es wieder nach. Teilverluste von Kiemen, Hirn, Herz und Nervensystem steckt ein Axolotl problemlos weg. Selbst ein ausgewachsener, fusslanger Axolotl ist noch in der Lage, ein abgeschnittenes Bein innert weniger Wochen nachwachsen zu lassen.

Laut Samuel Furrer, Kurator des Zoo Zürich, haben viele Larven eine ausgeprägte Regenerationsfähigkeit. Während sich andere Larven aber in erwachsene Tiere umwandeln – aus Kaulquappen werden Frösche –, verbringen Axolotl ihr ganzes Leben im Larvenstadium und werden sogar als Larve geschlechtsreif. Statt Lungen zu entwickeln und an Land zu gehen, behalten die Tiere die Kiemen und den Flossensaum am Schwanz und leben dauerhaft im Wasser. Im Zoo Zürich kann eine kleine Gruppe Axolotl bestaunt werden, gleich beim Aquarium-Eingang.

Metamorphose könnte künstlich ausgelöst werden.

Theoretisch könne man einen Axolotl mit Hormonen füttern und dadurch die ­Metamorphose künstlich auslösen, sagt Furrer. Allerdings wäre das Resultat – im Gegensatz zum imposanten Sprung von der Raupe zum Schmetterling – für Laien nicht gerade spek­takulär. «Nur Atmung und Futtersuche ändern sich radikal», sagt Furrer. «Von aussen sieht man wenig.»
Problemlose Haltung und Zucht sowie eine für Lurche unüblich lange Lebenserwartung von bis zu 25 Jahren machen den ­Regenerationskünstler zum Liebling der Wissenschaft.

Untersucht wird unter anderem, ob die 350 Millionen Jahre alte Regenera­tionsfähigkeit der Axolotl in ihren Grundzügen auch im menschlichen Körper vorhanden ist – und genutzt werden kann. Gemäss verschiedenen Versuchen ist die Annahme gar nicht so abwegig. So hat das Forschungszentrum für Regenerative Therapie Dresden beispielsweise schon 2009 entdeckt, dass sich die Zellen des Axolotls bei der Reparatur wie Säugetier-Zellen verhalten.

Raubfische bedrohen die Tiere

Während die Wissenschaft fasziniert ist, gilt der Axolotl in freier Wildbahn als so gut wie ausgestorben. Seine Heimat sind zwei Seen in der mexikanischen Hochebene. Schlechte Wasserqualität und künstlich eingesetzte Raubfische setzten der Population zu. Insgesamt gibt es laut Schätzungen nur noch ein paar Hundert frei lebende Axolotl.

Die Wild-Population mit Zuchttieren aufzufrischen, halten Fachleute für problematisch. So fürchtet Luis Zambrano, Biologe an der Nationaluniversität von Mexiko, dass die in Gefangenschaft lebenden Axolotl ihre wilden Kollegen mit dem Chytridpilz anstecken könnten. «Ausserdem sind Zuchtaxolotl immer irgendwie miteinander verwandt und haben ein reduziertes Erbgut», hält Zambrano gegenüber dem Greenpeace-Magazin fest. «Sie würden sich gegenüber den letzten wildwüchsigen Exemplaren durchsetzen. Das wäre eine Katastrophe, und zwar nicht nur für den Axolotl, sondern auch für die Wissenschaft.»

Axololt statt Goldfische

Axolotl sind beliebte Heimtiere. Als Wassertiere brauchen sie ein bepflanztes Aquarium mit Wasserpumpe. Laut Robyn Giulia Hossli von der Fressnapf Schweiz AG sollte die Wassertemperatur zwischen 12 und 22 Grad Celsius liegen. Mehrere Artgenossen können zusammen in einem Aquarium gehalten werden, solange sie etwa gleich gross sind. Jung­tiere können dagegen schnell mit Futter verwechselt werden. Axolotl sind Jagdtiere, auch wenn man es ihnen nicht unbedingt ansieht. Auf ihrem natürlichen Speiseplan stehen Garnelen, Insektenlarven, Krebstiere, Würmer und kleine Fische. Alternativ gibt es Axolotl-Pellets im Fachhandel. Axolotl können im Fachhandel oder bei anderen Axolotl-Haltern gekauft werden. Bei Axolotl-Freunden beliebt ist das Axolotl-Forum www.axolotl-online.de. (ant)

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