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Kolumne «20 something»: Mitte 20 kommt die Krise

Bettina Widmer (26) wohnt in Zürich und schreibt alle zwei Wochen darüber, was die 20- bis 29-Jährigen bewegt.

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Bettina Widmer (26) wohnt in Zürich und schreibt alle zwei Wochen darüber, was die 20- bis 29-Jährigen bewegt.

«Klopf, klopf» – Wer ist da? – «Deine Zukunft!» Am liebsten würde ich ihr die Tür vor der Nase zuschlagen, aber das bringt ja nichts. Irgendwie findet sie immer einen Weg. Sie lauert hinter jeder Ecke und jeder Entscheidung. Während sie weiterklopft, lese ich einen Artikel über eine 23-Jährige, die schon ihr eigenes Mode-Business führt. Ich sitze währenddessen auf dem Sofa in meiner Einzimmerwohnung und stopfe gerade den dritten Teller Pasta in mich rein. Wie kann man sich denn mit Mitte 20 schon so sicher sein, was man mit seinem Leben anfangen will? Aber man muss ja, denn die Zeit rast. Irgendwann bin ich keine 20 something mehr. Und es geht viel schneller, als mir lieb ist.

Es gibt sogar einen wissenschaftlichen Begriff für diese Identitätskrise: Die Quarter-Life-Crisis, die Unsicherheit in der Endphase des ersten Lebensviertels. Endphase, das klingt schrecklich! Aber tatsächlich scheint sich plötzlich alles zu verändern. Leute, mit denen man in der Primarschule Muttertagsgeschenke gebastelt und in der Oberstufe die Schule geschwänzt hat, heiraten und bekommen Kinder. Oder sie wurden gerade befördert und machen Karriere. Man schaut sich um und sieht nur Leute, die genau wissen, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Und selbst hat man keine Ahnung. Man will alles liegen lassen, den Job hinschmeissen, die Wohnung kündigen und durch Italien oder Nordfrankreich trampen. Für mehr reicht das Geld Mitte 20 ja nicht.

Nein, ich will noch nicht sesshaft werden. Ich will kein Haus bauen und keine Kinder bekommen. Ich hab meinen Platz im Leben noch nicht gefunden. Zum Glück. Ich will noch so viele Plätze sehen. Ich will feiern. Ich will atmen. Ich will frei sein. Klopf, klopf, ticktack. Kann bitte jemand die Zeit aufhalten?

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