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Kolumne «20 something»: Wir sind die «Generation Beziehungsunfähig»

Bettina Widmer (26) wohnt in Zürich und schreibt alle zwei Wochen darüber, was die 20- bis 29-Jährigen bewegt.

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Bettina Widmer (26) wohnt in Zürich und schreibt alle zwei Wochen darüber, was die 20- bis 29-Jährigen bewegt.

«Willst du mit mir gehen? Ja, nein, vielleicht?» Erinnerst du dich an diese Zettel von früher? Im Alter zwischen 20 und 30 scheint es nur noch das «Vielleicht» zu geben. Klassische Beziehungen sind nicht mehr interessant. Dafür gibt es neue Formen wie Friends with Benefits und Mingles, eine Mischung aus «mixed» und «Single». Doch egal wie sie heissen, sie sagen alle das Gleiche: Ich will mich nicht binden, mir alle Optionen offen halten. Irgendwo könnte ja noch jemand Besseres warten.

«Ich bin nicht auf der Suche nach etwas Festem» scheint schon fast ein Standardsatz beim ersten Date zu sein. Dann geht man aber trotzdem gemeinsam aus, schläft bei- und miteinander und macht eigentlich alles, was ein normales Paar so tut – ausser eben – offiziell ein Paar zu sein. Eines Tages macht sich dann einer kommentarlos aus dem Staub. Man hat schliesslich von Anfang an gesagt, dass man nichts Festes will. Die perfekte Entschuldigung für einen Abgang ohne schlechtes Gewissen. Wie feige!

Wann sind wir zur «Generation Beziehungsunfähig» geworden? Der Wunsch nach Unverbindlichkeit kommt wohl auch von der Angst, verletzt zu werden. Kaputte Beziehungen von früher belasten uns. Das Problem aber ist: Gefühle entstehen nicht erst, wenn das grosse B-Wort ausgesprochen wird. Verletzt werden kann man auch als Mingle. Warum stehen wir uns also so im Weg? Mit jemandem zusammen zu sein bedeutet doch nicht, dass man gleich heiraten, ein Haus bauen und Kinder bekommen muss. Es heisst, dass man sich aufeinander einlässt und einer gemeinsamen Zukunft eine Chance gibt. Man kann Dinge ausdiskutieren und gemeinsam wachsen. Dein eigenes Leben musst du nicht aufgeben, wenn du «Ja» ankreuzt. Deine Angst schon.

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