Finde den folgenden Gegenstand beim Surfen auf Blickamabend.ch und gewinne tolle Preise!
Suche starten
Du hast den Gegenstand gefunden! Klicke auf Mitmachen und nehme am Gewinnspiel teil.
Mitmachen

Kostümwahnsinn und Komasaufen: Darum hasse ich die Fasnacht

Während einige die Fasnachtszeit kaum abwarten können, kann sie unserer Redaktorin Linn (20) einfach nur gestohlen bleiben.

661 Reax , 7'059 Views
teilen
teilen
7 shares
play
Wikimedia Commons

Wenn die Innenstadt wieder einmal aussieht, als wäre ein Vulkan voller Skittles ausgebrochen, dann wissen wir: Es ist wieder soweit. Einen Monat lang müssen wir die Fasnacht über uns ergehen lassen. Man glaubt es kaum aber ja, es gibt uns wirklich: Die Nicht-Fasnächtler.

Guggen was?

An Weihnachten gibt es die sinnigen Weihnachtslieder, am Valentinstag Hunderte von Liebesliedern, doch an der Fasnacht? Genau: da haben wir d'Guggemusig, welche sich zum Ziel setzt, so viele laute Musikinstrumente wie möglich wild durcheinander tröten, trommeln und schlagen zu lassen.

Viele von euch werden nun laut aufschreien und sagen, dass «dGugge» aber auch viele bekannte Lieder spielt. Mein Problem damit ist allerdings, dass ich «Three Little Birds» von Bob Marley nicht aus einer Tuba gedröhnt hören will. Dazu noch von jemanden der aussieht, als wäre er gerade dem Film «The Purge» entsprungen. Das sind aber auch nur die, welche sich besonders Mühe gegeben haben. Viele hängen sich einfach einen bunten Stoff um den Hals und schmieren sich ein wenige Farbe ins Gesicht.

Der Kostümwahnsinn

Was mich zu meinem nächsten Punkt bringt: Die Kostüme. Jedes Jahr stelle ich mir die Frage, wo liegt denn der Unterschied zwischen Halloween und Fasnacht? Es verkleiden sich doch alle gleich. Und da der Februar noch eine Wintermonat ist, wäre es theoretisch einfach zu kalt, um sich als sexy Krankenschwester zu verkleiden. Einige haben da wohl ein anderes Kältegefühl. Der Grossteil (mich eingeschlossen) rennt aber panisch noch eine halbe Stunde vor Beginn noch im Haus herum, auf der Suche nach etwas Brauchbarem. Ich spreche hier nicht von den Paraden, an die man als Kinder einfach gerne gegangen ist, um die Sugus und Karamellstangen aufzusammeln.

Nein, ich spreche hier von den Partys, die danach stattfinden. Das ist wahrscheinlich die einzige Zeit des Jahres, in der es sogar die Stadtkinder aufs Land zieht. Jedes Wochenende kann man sich in einem anderen Dorf in einer Mehrzweckhalle zum Gruppensaufen treffen. Nun sind wir also beim Alkohol angelangt.

Das Komasaufen

Dank der Maskierungen verlieren viele Leute ihre Hemmungen, was meist zu einer kleinen bis mittelgrossen Eskalation führt. Ich beziehe mich hier nicht unbedingt auf das berüchtigte Randalieren, sondern eher auf den Typen rechts von mir im Bananenkostüm, der mir schon sein halbes Bier über den Rücken geleert hat. Aber auch die sexy Polizistin, mit der ich um den besten Platz in der Schlange fürs Toitoi-WC kämpfe, geht mir langsam aber sicher auf die Nerven. Und den «Dann geh doch einfach nicht»-Satz könnt ihr euch auch sparen, denn mindestens einmal im Jahr muss man seine Freunde leider einfach an so einen Anlass begleiten.

Die Höllen-Heimfahrt

Zu allem Überfluss muss man auch noch einen Fahrer bestimmen, der die undankbare Aufgabe hat, alle wieder sicher nach Hause zu bringen. Klingt einfach, doch wart ihr schon einmal nüchtern an der Fasnacht? - Folter pur. Wer denkt, der Horror sei endlich vorbei, wenn man alle Freunde ins Auto gesetzt hat, täuscht sich. Genau dann fährt man nämlich hinter dem Traktor mit dem übergrossen, angehängten Fasnachtswagen hinterher – während die Konfetti in allen Körperritzen furchtbar kitzeln.

Wie findest du den Artikel?

Unsere Leser empfehlen

Meist gelesen

Newsletter

Erhalte die besten Geschichten täglich per E-Mail Newsletter Abonnieren