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So ist es, erwachsen zu werden

Bettina Widmer (26) schreibt in ihrer neuen Kolumne «20 something» über alles, was die 20- bis 29-Jährigen beschäftigt.

Bettina Widmer (26)

Vor zehn Jahren dachte ich, dass man mit 26 erwachsen ist. Ehrlich gesagt konnte ich mir damals aber weder vorstellen, tatsächlich einmal so alt zu werden, noch was das genau bedeutet. Auch heute weiss ich nicht wirklich, was dieses Erwachsensein denn nun sein soll. Mitte zwanzig befindest du dich in dem seltsamen Alter, in dem ein Teil deiner Freunde heiratet und Babys bekommt, während der andere Teil jedes Wochenende betrunken durch die Clubs dieser Stadt torkelt.

Mitte zwanzig hat man die Pubertät und die Qual der Berufswahl zwar endlich hinter sich gebracht, sieht sich nun aber mit neuen Problemen konfrontiert: Man hat so viele Optionen und doch keine Ahnung, was man machen soll. Gleichzeitig wächst von allen Seiten der Druck, dass man sein Leben endlich in den Griff bekommen soll.

Erwachsen sein: Bedeutet das, Rechnungen zu zahlen? Verantwortung zu übernehmen? Kinder zu bekommen? Ein Vorsorgekonto zu eröffnen? Oder bedeutet es schlicht und einfach nur, dass man immer noch genauso ahnungslos, aber weniger jung ist? Denn der Kater nach einer durchfeierten Nacht fühlt sich plötzlich sehr viel schlimmer an als früher. Und neben Pickeln und Hautunreinheiten, die man entgegen allem, was man uns früher erzählt hat, auch nach der Pubertät noch bekommt, hat man plötzlich auch mit den ersten Falten und grauen Haaren zu kämpfen.

Es gibt aber auch die guten Seiten an diesem Erwachsenwerden. Zum Beispiel, wenn man realisiert, dass man sich endlich nicht mehr so stark dafür interessiert, was andere über einen denken. Denn man ist trotz allem selbstbewusster und selbständiger geworden – auch wenn man ab und zu immer noch einen etwas erwachseneren Erwachsenen um Rat fragen muss.

Bettina hat Journalismus studiert und leitet seit einem Jahr das Online-Team von Blick am Abend. Sie liebt Tiere, Literatur und TV-Serien.

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